Tanz, meine Seele

»Aber womöglich existiert dieser Teil in mir einfach nicht. Vielleicht bin ich Harper-ohne-diesen-Teil, einfach nur Harper, ein empfindungsarmes Tiefseewesen.«

Harper liebt das Tanzen, ihre Unabhängigkeit und daneben nur noch Molly, ihre eigensinnige Perserkatze. Reicht völlig aus, findet Harper, und beobachtet kopfschüttelnd, wie ihre beste Freundin Andra von einer Beziehungskatastrophe in die nächste stolpert.
Bis Harper beim Tanzen plötzlich vor einer Herausforderung steht, die sich weder durch Kampfgeist noch mit Sarkasmus lösen lässt: Wie soll sie Gefühle auf der Bühne zeigen, die sie nicht spürt?
Einen gäbe es vielleicht, der ihr helfen könnte. Doch vor ihm hält Harper ihr Herz erst recht unter Verschluss …

Minttu, Kira: Tanz, meine Seele
New Adult, ca. 360 Seiten, erscheint am 5.2.2018

eBook € 3,99 bei Amazon
Klappbroschur, ISBN 978-3958693234, € 12,90 bei Ink Rebels


Im Vorbeigehen werfe ich einen desinteressierten Blick in die Auslagen der Schaufenster. An dieser Stelle ließe sich perfekt eine dieser Spiegelszenen einbauen, in denen sich das Mädchen mit kritischem Blick mustert, obwohl sie eine perfekte Figur und langes, seidenweiches Blondhaar hat, das sie seufzend aus ihrem zarten Gesicht streicht. Man stelle sich also das Mädchen mit dem seidenweichen Blondhaar vor, und dann ungefähr das Gegenteil davon. Meine Haare sind kurz, nix mit Rapunzel-Wallehaar-komm-auf-meinen-Turm-und-rette-mich. Im Gegensatz zu Rapunzel lege ich auch Wert auf einen stylischen Schnitt. Außerdem sind sie braun, und zwar kein »Jede Strähne leuchtete in einer anderen Farbe«-Braun, nicht einmal schimmernd braun, sondern einfach nur braun, maximal vielleicht dunkelbraun. Meine Figur ist alles andere als perfekt, denn obenrum dürfte es ruhig etwas mehr sein und untenrum dafür etwas weniger, aber so ist es eben. Letzten Endes hat sich noch keiner darüber beklagt. Klein und zart – gestrichen. Bei einem Meter fünfundsiebzig kommen niemandem mehr Worte wie zierlich oder zerbrechlich in den Sinn. Man ist dann eben dünn.

Abgesehen davon gucke ich ohnehin eher selten unzufrieden in den Spiegel, und als Mädchen habe ich mich seit ich sechzehn war nicht mehr bezeichnet. Es gibt keine zwanzigjährigen Mädchen, und wenn ich irgendetwas hasse, dann die herablassende Art bestimmter Typen, alle Frauen unter dreißig als Mädchen abzutun, obwohl diese kaum jünger sind als sie selbst. Ist man über dreißig, löst man sich im Blickfeld solcher Typen vermutlich spontan in Luft auf.


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